Derzeit gibt es kaum Erkenntnisse und keine Erfahrungen mit CO2-Rauchgaswäschen für den Einsatz in Kohlekraftwerken in Deutschland. Zwar wurden auf diesem Gebiet kurz- und langfristige Projekte angestoßen, es handelt sich dabei aber um Grundlagenforschung unter idealisierten Bedingungen und meist unter Einsatz von synthetisch erzeugten Rauchgasen. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Kraftwerksbedingungen als Voraussetzung für einen Großeinsatz im Kraftwerk konnte bisher noch nicht sichergestellt werden. Hierzu fehlen derzeit Anlagen, die unter realen Bedingungen einen zuverlässigen und reibungslosen Betrieb nachweisen können. Um diese Lücke zu schließen, werden hier der Bau und der Betrieb einer mobilen CO2-Wäsche beantragt. Die Anlage soll in Containerbauweise ausgeführt werden, so dass sie per LKW zu ihren Einsatzorten problemlos transportiert werden kann. Am Kraftwerksstandort wird sie dann mit einem Rauchgasteilstrom beauf-schlagt. Damit steht eine Anlage zur Verfügung, mit der im Labor entwickelte Waschflüssigkeiten unter realen Bedingungen kurzfristig und kostengünstig an unter-schiedlichen Kohlekraftwerken (Steinkohle und/oder Braunkohle) getestet und Auslegungs-parameter für Wäschen im Kraftwerksmaßstab gewonnen werden können.
In Abgrenzung zu laufenden Projekten zeichnet sich die hier vorgeschlagene Anlage durch ihre hohe Flexibilität aus. So ist die Wäsche mit zwei Absorbern ausgestattet, die seriell oder parallel verschaltet werden können. Des Weiteren können die Absorber wahlweise als Packungskolonnen und/oder Sprühwäscher ausgeführt werden. Durch sorgfältige Auswahl der Werkstoffe für die erforderlichen Anlagenkomponenten ist eine große Bandbreite der einsetzbaren Waschmittel gegeben. Die Konditionierung hinsichtlich SO2-Gehalt, NOx-Gehalt, Wasserdampfgehalt und Gastemperatur des dem Absorber zugeführten Teilrauch-gasstromes erfolgt in einer vorgelagerten Kolonne, die ebenfalls Bestandteil der Testanlage ist. Darüber hinaus kann durch relativ einfache Umsetzung der Einsatzort der Anlage nach den im Kraftwerk eingesetzten Kohlen erfolgen, ohne den Kraftwerksbetrieb zu beeinflussen. Dies ermöglicht einen Testbetrieb für alle interessanten in Kraftwerken verfeuerten Kohlen und Kohlenmischungen.